Mittwoch, 7. Juni 2017

GRENZGEBIET / FRAGMENTE

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Eines ist, in die Nacht zu rasen,
 – ein anderes, schauen,
was die Nacht bewegt: 
ein eigener, maßloser Traum?
Eines ist, 
in die Ferne zu fallen mit klarem Blick,
doch das fließende Grenzgebiet, Wirklichkeit? Wo ist's?

Christian Lehnert, "Angelus"
aus "Windzüge" 2016


Gestern Abend erschienen mir die Wolken über dem Flugfeld wie eine Kampfansage des Lebens an mich. Nichts passte zusammen: Frühlingssturm, Sommerlicht, Herbsttemperatur, trotzdem angetrunken kurz vor Sonnenuntergang. Ich radelte um die Pfützen herum nach Hause, aß Stullen und legte mich in meine Einzelteile zerlegt ins Bett.

Fragmentiert auch der Morgen. Wetter Online titelt: "Abendliches
Wolkenspektakel über der Stadt". Die Sonne schleudert wilde Schatten auf das Fenster im Bad. Eine Zwischenwelt im Kastenfenster bei den drei toten Marienkäfern Ei, Wei und Wei.

Am Sonntag Berghain. Ich hab versprochen, ich bringe Stullen mit, damit wir nicht die teuren Burger essen müssen. Ganz früher, hatte ich noch nachgeschoben, da hatte ich immer Stullen dabei. Und dachte: Vielleicht war ich ja auch früher viel beliebter als heute.

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 Foto: Blick in den Garten, © Antonia Herrscher 2017