Sonntag, 9. März 2014

WINTERSCHWÜLE / TELTOW II

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"Das ist mir auch schon passiert!", beruhigte
mich der Angler, als ich mich 
auf der falschen Seite wiederfand.



In Teltow ist alles erwartungsgemäß. Im Böfflamotte dudelt Soft-Jazz. Dazu Bandnudeln mit Rochefort-Schnittlauchsoße und Apfelschorle. Vor dem Fenster schlägt die Mittagssonne hart und kalt auf den Marktplatz. Drischt schwarze Schmisse in die weissen Nischen. Vanilla Sky. Draussen erklärt mir ein Trinker weitatmig den Weg zu den Wiesen. Dazu schwankt es. "Ick sag mal, zu welchen Buschwiesen wollen se denn genau?"

In den Feldern ruht noch die rettende Stille des vergangenen Sommers. Das Brummen eines Traktors in der Ferne treibt wie der Stamm einer 1000jährigen Eiche schwere Bugwellen zu mir herüber. Ein Sportflieger kreist lauernd Kreise. Da oben ist die Luft leichter, denke ich. Aber man kann sie nicht sehen.

Auf einem Pferd, das mit jedem Schritt im Pudding versackt, kommt ein Mädchen herangetrabt, den Kopf dabei gekonnt geneigt, das Telefon eingeklemmt. Mit Schwanz und Schweif. Und schlägt spitze Furchen in den Himmel: "...solange ick nich nackt da hin muss, sagick mal..."

Danach drehe ich mich seitlich, um von der Bank hoch zu kommen. Das hat mir mal der Orthopäde empfohlen.


Foto: Brücke und Wiesen kurz vor Teltow © Antonia 2014
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