Montag, 5. November 2012

GELD ODER LEBEN II / SOZIAL SCHWACH NOCH MAL




Peter Funken erzählte neulich diesen Witz:

Ein Engländer wird nach Jahren, die er als Gestrandeter auf einer einsamen Insel zugebracht hatte, endlich von einem britischen Schiff entdeckt. Der Kapitän lässt es sich nicht nehmen, ihn selbst auf der Insel abzuholen.
"Sie haben ja nun sehr lange hier ausgehalten und Beeindruckendes geleistet! Sogar drei Häuser gebaut, das ist wirklich sehr beachtlich. Können Sie uns etwas dazu sagen?"
"Ja, das Haus da drüben, ist mein Wohnhaus. Das Gebäude dahinter, ist der Club, in den ich gehe. Und dort gegenüber, das ist der Club, in den ich nicht gehe!"

Wenn man in Sachen Distinktion auf Nummer Sicher gehen will, setzt man am besten auf Eigentum. Ein Kollege meinte neulich, er werde die Schilling Bar vermissen. Sein Vater bezahlt ihm eine Eigentumswohnung und eine preiswerte findet sich zur Zeit nicht in Nord-Neukölln. Also wird er weg ziehen. "Schöne Hartz IV-Kneipe!" meinte er dann noch. Soll heißen, dass er gerne mal ein Getränk mit Kollegen in einer Bar eingenommen hat, in der vor allem die Sozial Schwachen bei Bierchen ihre Eier schaukeln lassen. Abgesehen davon, dass es ihm offensichtlich an sozialer Distinktionsfähigkeit mangelt, hätte ich ihm direkt sagen sollen, was für ein zynisches Arschloch er ist. Aber ich stehe ja immer auf der Leitung, wenn es zu dumm wird.

Was solls. Rattelschneck behauptet ja, der Typ da oben, das wäre ich. In der Schilling Bar im letzten Frühjahr. Meinetwegen. Und, dass dann ausgerechnet ich den den Witz nicht verstand, fand er erstaunlich.

Zeichnung: Rattelschnecks Cluburlaub © Rattelschneck 2012
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